Unsichtbarer Virus - Stress

09.09.2018

Was ist eigentlich Stress?

Stress bezeichnet zum einen durch spezifische äußere Reize (Stressoren) hervorgerufene psychische und physische Reaktionen von Lebewesen. Diese Reaktionen sind ursprünglich angelegt, um besonderer Anforderungen des Überlebens zu sichern. Moderner beschreibt Stress, die durch äußere Reize ausgelöste körperliche, geistige und seelische Belastung.

Gute Nachrichten

Dein persönliches Stresserleben ist ganz entscheidend daran beteiligt ist, wie es dir damit geht. Also kannst du mit positiven Gedanken dein Stresslevel beeinflussen. So einfach ist das und doch so schwer. In meinem Alltag erlebe ich immer wieder, wie Menschen an verhaltensmustern leider, die sich in frühester Kindheit etabliert haben. Gedanken und Gefühle beeinflussen als passive Stressoren dein Innenleben wie ein Krankheitserreger. Dein Körper bekämpft negative Gedanken und Gefühlsmuster wie einen unsichtbaren Krankheitserreger. Lies gerne dazu meinen Artikel Immunabwehr - so funktionierts.

Psychoneuroimmunologie

… ist ein interdisziplinäres Forschungsgebiet, das sich mit der Wechselwirkung von Psyche, Nervensystem und Immunsystem beschäftigt. Die Reihenfolge der Nennung der Fachbereiche zeigen in welcher Abfolge Krankmachendes entsteht und welchen Weg die moderne Medizin nehmen sollte. Wissenschaftlich wurde bereits 1974 vom amerikanischen Psychologen Robert Ader nachgewiesen, dass das Immunsystem lernen kann. Die Psychoneuroimmunologie für die moderne Forschung eine der bedeutendsten Gebiete.

Die Erkenntnis, das Botenstoffe des Nervensystems auf das Immunsystem und Botenstoffe des Immunsystems auf das Nervensystem wirken zeigt die unüberschaubaren Zusammenhänge und Wechselwirkungen von Krankheitsentstehung. Das große Ganze zwischen Gehirn (mit Hirnanhangsdrüse), den Nebennieren und den Immunzellen tritt endlich auch für die Wissenschaft in den Fokus. 

Für eine widerstandfähige Lebenskraft wird es in den kommenden Jahren umso wichtiger, das eigene Körpererleben in guten und in schlechten Tagen achtsam zu studieren und Rückschlüsse über individuelle körperliche und seelische Bedürfnisse zu schliessen. Und diese dann präventiv in den Alltag zu integrieren.

Stress nimmt schon jetzt einen großen Platz in der Geschichte der modernen Medizin ein. Stress entsteht auf Basis unserer Prägungen, Erlebnisse, Bewertungen und vor allem aus Meinungen und Ansichten einer Situation. Deine Gedanken entscheiden, ob eine Situation überfordernd und krank machend  oder aber spannend und anregend für dich ist. Deine Erziehung und Sozialisation prägt dich zu einem Menschen, den neue Situationen und Alltagsprobleme bedrücken oder im positivsten Sinne herausfordernd. Und wie du psychisch auf eine Situation reagierst, wirkt sich sofort auf dein vegetatives Nervensystem aus. Empfindest du deinen Job als Überforderung, Ungerechtigkeit oder Enttäuschung springt sofort dein Sympathikus an. Das ist der Teil deines vegetativen Nervensystems, der auf jede Form von Bedrohung, Stress oder Gefahr blitzschnell reagiert. So versetzt er deinen Körper in die Lage mit fliehen, kämpfen oder tit stellen zu überleben. Studien der Psychoneuroimmunologie haben nachgewiesen, dass jede noch so schwache empfundene Stressreaktion im Körper Entzündungen fördert, die das Immunsystem aktivieren. 

Stress - Moderne Überlebenskämpfe

Die beiden Infographiken zeigen eindrucksvoll, wie Stress die gleichen Immunantworten abruft wie das Eindringen eines Krankheitserregers in den Körper. Nur mit dem kleinen feinen Unterschied, dass deine Abwehrzellen bei einem Erreger ganz praktisch etwas zu tun bekommen (Auffressen, Abtöten und Ausscheiden). Bei Stress werden alle Immunzellen alarmiert, aber faktisch gibt es nichts zu tun. Was machen nun die ganzen Abwehrzellen, wenn sie schonmal vor Ort sind?

Eine Erklärung der modernen Forschung sind Autoimmunerkrankungen oder auch Krebsentstehung. Ob diese Theorien nun bewiesen werden oder nicht, fest steht, Stress ist aufgrund der Unsichbarkeit ansteckender und chronischer als jeder Schnupfen sein kann. 

FAZIT: Umgib dich mit guten Menschen mit ehrenwerten Absichten. Achte auf deine Worte und Gedanken. Sie entscheiden, wie du dich fühlst und wie widerstandsfähig dein Immunsystem auf echte Eindringlinge reagieren kann. Seit Jahren praktiziere ich täglich in allen lebenslagen Dankbarkeit. Sogar, wenn mich jemand schlecht behandelt. Auch wenn es mir nicht immer gelingt, versuche ich demjenigen für seinen Umgang mit mir zu danken. Dankbarkeit ist ein so wertvolles, einfaches, kraftvolles und immunstärkendes Ritual. Und 5 Minuten findet jeder in seinem Alltag. ich frage mich jeden Morgen vor dem Aufstehen und jeden Abend im Bett vor dem Einschlafen: Wofür bin ich genau jetzt dankbar. Denn 1ne Minute Ärger beschäftigt meine Immunzellen für Stunden, und das brauche ich bei all den anderen alltäglichen Herausforderungen in meinem Leben wirklich nicht. Lächeln, glücklich sein und Freude verschafft mir in der gleichen Zeit Glückhormone und Klarheit für mein eigenes Handeln.

Probier´s aus. Es lohnt sich. Und dein Immunsystem dankt es dir mit fitten Abwehrzellen.

Melanie Alberti

Melanie v. Alberti liebt, lebt und praktiziert in Berlin. Sie kuriert ihre Schüler mit craniosacraler Körperarbeit und Medical Yoga. 

Jetzt den DrHappy Newsletter abonnieren